Ein Wunderkind als Reals wichtigster Transfer

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Das Wunderkind ist erwachsen geworden.

Länger als von vielen erhofft hat es gedauert, doch mit 21 Jahren ist Martin Odegaard endlich angekommen im Dunstkreis des europäischen Spitzenfußballs.

Wohl kaum ein Nachwuchsfußballer wurde in der Vergangenheit mit derartigen Vorschusslorbeeren bedacht wie der Norweger, der mit 15 Jahren bereits in der ersten norwegischen Spielklasse debütierte, im gleichen Alter sogar schon sein A-Länderspieldebüt gab.

Halb Europa war hinter dem hochtalentierten Teenager her, bevor ihn Real Madrid kurz nach seinem 16. Geburtstag Anfang 2015 verpflichtete.

Doch der Hype schien den offensiven Mittelfeldspieler zu hemmen. Er avancierte zwar zum jüngsten Ligaspieler in Reals Vereinshistorie, doch es blieb bei diesem einen Ligaspiel für die Profis, hinzu kam ein Einsatz im Pokal. Die restliche Zeit spielte er für die Zweitvertretung der Königlichen.

Odegaard startet in Arnheim durch

Zwei Jahre nach seiner Verpflichtung war das Kapitel Real für Odegaard dann vorerst wieder Geschichte, er sollte auf Leihbasis Spielpraxis in der niederländischen Eredivisie sammeln. Zunächst spielte er beim SC Heerenveen, in der Saison 2018/19 machte er dann bei Vitesse Arnheim mit acht Toren und elf Vorlagen auf sich aufmerksam.

In der abgelaufenen Spielzeit kehrte Odegaard in La Liga zurück, durfte sich bei Real Sociedad San Sebastián beweisen – und das mit Erfolg. Er führte die Basken auf Rang sechs und damit in die Europa League. In 36 Pflichtspielen traf der Norweger siebenmal, bereitete neun weitere Treffer vor, war Dreh- und Angelpunkt der Offensive.

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Ein echtes Highlight gelang ihm gegen Deportivo Alavés im September 2019. Er tunnelte einen Gegenspieler, um mit einem Pass über 25 Meter die komplette Abwehr des Gegners auszuhebeln und somit die Führung seiner Mannschaft einzuleiten.

Szenen wie diese wollen die Madrilenen von ihrem Wunderkind natürlich gerne bald im eigenen Dress sehen. Laut spanischen Medien sind die Verantwortlichen angetan von der Entwicklung des technisch beschlagenen Offensivspielers. Laut as überlegte der spanische Meister zuletzt sogar, den Norweger früher als geplant nach Madrid zurückzuholen.

Was will Odegaard?

Denn eigentlich soll Odegaard noch ein weiteres Jahr bei den Basken bleiben. Vertraglich fixiert ist das noch nicht, allerdings soll es eine mündliche Vereinbarung geben. „Es hängt nicht von uns ab, sondern von ihm und Real Madrid, aber wir sind hoffnungsvoll, dass er ein weiteres Jahr bei uns bleiben kann“, erklärte Sociedad-Präsident Jokin Aperribay im Gespräch mit Onda Cero.

Für Real könnte eine Rückkehr Odegaards einer der wichtigsten „Transfers“ für die kommende Spielzeit sein. Der 21-Jährige könnte ein Gesicht des Umbruchs im Real-Mittelfeld werden. Und er kostet nichts. In der Coronakrise müssen auch die Königlichen den Gürtel enger schnallen, vor allem, wenn Altlasten wie James Rodríguez und Gareth Bale, die beide keine Rolle unter Zinédine Zidane spielen, den Etat belasten.

Doch was will Odegaard? Dass er sich langfristig in königlichem Weiß sieht, ist kein Geheimnis. Vor wenigen Wochen äußerte er das Ziel, mit Sociedad in der kommenden Saison in der Champions League spielen zu wollen. Doch mit nur zwei Siegen in elf Ligaspielen nach dem Restart verspielten die Basken dieses Ziel.

In Madrid könnte Ödegaard sich auf internationalem Top-Level beweisen. Allerdings hat er aktuell mit Luka Modric, Toni Kroos, Casemiro, Isco und Federico Valverde gleich fünf Konkurrenten um einen Platz im Dreiermittelfeld. Bei Real Sociedad wäre er hingegen gesetzt.

Laut Diario Vasco ist die Entscheidung schon gefallen. Demnach bleibt Odegaard ein weiteres Jahr im Baskenland. Dort soll er der jungen baskischen Mannschaft um die Ex-Dortmunder Mikel Merino und Alexander Isak weiter seinen Stempel aufdrücken. Und vom Wunderkind zum internationalen Top-Fußballer weiter reifen.

Source: sport1.de