Jetzt erst recht oder Psycho-Knacks? Bayern ringt mit sich

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Seit dem vergangenen Mittwochabend ist der FC Bayern mit seiner Triple-Mission gescheitert. Die 1:3-Niederlage in der Allianz Arena gegen den FC Liverpool hat die Münchner aus der Königsklasse gespült.

Das Ausscheiden scheint den Rekordmeister vor allem in seiner Deutlichkeit ins Mark getroffen zu haben, wähnte man sich doch an der Säbener Straße nach vollzogener Aufholjagd gegen den BVB wieder im Mia-San-Mia-Modus. 

Das 0:0 aus dem Hinspiel verlieh in der Nachbetrachtung eine trügerische Hoffnung, die im Rückspiel wie eine Seifenblase platzte. (Kommentar: Liverpool hat Bayern einen Gefallen getan)

Salihamidzic: “Werden uns ein paar Tage schütteln”

Die Frage ist nun, ob der Rekordmeister die Champions-League-Schlappe so schnell abstreifen kann, dass in den verbleibenden beiden Wettbewerben (Bundesliga und DFB-Pokal) kein Kollateralschaden entsteht. 

“Wir haben zwei andere Aufgaben zu erledigen und werden uns ein paar Tage schütteln”, kündigte Sportdirektor Hasan Salihamidzic unmittelbar nach der Niederlage gegen Liverpool an. 

Ob dies gelingt, müssen die Münchner zunächst im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 am Sonntagabend (Bundesliga: FC Bayern – FSV Manz 05, So. ab 18 Uhr im LIVETICKER) beweisen. Gegen jene Mainzer also, die in den vergangenen zehn Jahren schon zwei Mal (2010, 2016) die Allianz Arena stürmten.

Erinnert man sich an das Saisonfinale der vergangenen Spielzeit, dürfte sich bei manchem Bayern-Fan ein ungutes Gefühl einschleichen. Nach dem bitteren Champions-League-Aus im Halbfinale gegen Real Madrid (1:2, 2:2) ging für die Elf des damaligen Bayern-Trainers Jupp Heynckes so gut wie nichts mehr. 

In der Liga setzte es am Ende eine peinliche 1:4-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart, anschließend verlor man auch noch das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (1:3). Die Spieler wirkten körperlich, vor allem aber mental ausgelaugt. Letztlich flog die deutsche Nationalmannschaft auch deswegen mit Pauken und Trompeten nach der WM-Vorrunde aus dem Turnier, weil die zahlreichen Bayern-Stars ihr Päckchen auch mit nach Russland trugen.

Hummels und Neuer optimistisch

Die Frage wird nun sein, ob das diesjährige Champions-League-K.o. ebenso viele Spuren hinterlassen wird?

Nähert man sich dieser Frage auf psychologischer Ebene, so ist ein vergleichbarer Leistungsabfall nicht zu erwarten.  Im Gegensatz zur Vorsaison hat die Elf von Niko Kovac noch eine große Mission vor der Brust – den Titelkampf gegen den Herausforderer aus Dortmund für sich zu entscheiden.  

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“Letztes Jahr waren wir schon Meister als wir rausgeflogen sind. Da hatten wir keinen Druck mehr. So haben wir auch trainiert und gespielt muss man ehrlicherweise sagen”, verriet Mats Hummels. “Das wird sich jetzt anders zeigen, weil wir die Titel unbedingt holen wollen. Trotz der riesengroßen Enttäuschung werden wir es schaffen, wieder Schärfe in unser Training und Spiel zu bekommen. Da bin ich mir ganz sicher.”

Auch Manuel Neuer will die negativen Erfahrungen aus dem Saisonfinale 17/18 unter keinen Umständen noch einmal erleben. “Wir wissen, dass der vergangene Sommer nicht so schön war aufgrund des verlorenen Pokalfinals. Da wollen wir auf jeden Fall wieder hin. In der Meisterschaft haben wir jetzt so lange drum gekämpft wieder vorne zu stehen, dass wir das auf keinen Fall mehr aus der Hand geben möchten.”

Das Duell gegen den BVB geht nun in die entscheidende Phase. Neun Spiele vor dem Saisonende liegen die Bayern punktgleich mit dem Erzrivalen auf Platz 1 – nur durch die um zwei Treffer bessere Tordifferenz getrennt. Patzer darf sich keiner der beiden Titelanwärter mehr leisten, vor allem nicht im direkten Duell am 6. April. (Das Restprogramm von Bayern und Dortmund)

Double? Alaba wäre damit glücklich

Im DFB-Pokal wartet im Viertelfinale mit Zweitligist FC Heidenheim eine vermeintlich leichte Aufgabe, das Double ist nach wie vor greifbar. “Wir sind in den anderen beiden Wettbewerben noch dick vertreten”, sagt Niklas Süle.  “Das sind ganz wichtige Wettbewerbe für uns Bayern-Spieler”, pflichtet Neuer bei. 

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Im Gegensatz zur Vorsaison haben die Bayern nach dem Aus in der Königsklasse also durchaus noch etwas zu gewinnen. Entsprechend wäre für David Alaba der Gewinn von Meisterschaft und DFB-Pokal mehr als nur ein Trostpflaster. “Das denke ich schon, wenn man bedenkt, wo wir noch in der Hinrunde standen”, verriet der Österreicher auf SPORT1-Nachfrage.

Übrigens: Vor neun Jahren ereilte dem FC Bayern zum letzten Mal das Achtelfinal-Aus in der Champions League, als man nach einem 2:1-Sieg bei Inter Mailand völlig überraschend durch eine 2:3-Heimpleite noch ausschied. 

Damals hatte die Pleite keine großen Auswirkungen: Die Münchner holten in acht Spielen sechs Siege und zwei Unentschieden. Der Haken an der Sache: Weil der BVB aber schon enteilt war, ging der Titel trotzdem nach Dortmund.

Source: sport1.de