Trotz Weinzierl-Gnadenfrist: Bastelt VfB an großer Lösung?

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Die Nerven liegen blank beim VfB Stuttgart.

Das 0:3 bei Fortuna Düsseldorf war ein erneuter spielerischer Offenbarungseid. Dabei sollte mit Markus Weinzierl alles besser werden.

Als der Niederbayer die Stuttgarter vor dem achten Bundesliga-Spieltag für Tayfun Korkut übernahm, stand der VfB auf dem letzten Platz. Nach fünf Punkten aus sieben Spielen sah sich Sportvorstand Michael Reschke trotz vorheriger Treueschwüre zum Handeln gezwungen.

14 Spiele später stehen 10 Punkte auf der Habenseite von Weinzierl, also genau der Punkteschnitt von Korkut. Dass der VfB trotz der desaströsen Bilanz mit 15 Punkten auf dem Relegationsplatz steht, ist einzig und allein dem Unvermögen von Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg zu verdanken. (Service: Bundesliga-Tabelle)

Weinzierl erhält Gnadenfrist

Der Ruf nach Konsequenzen wird immer lauter, auch bei den Fans. Die Tage von Weinzierl als Trainer scheinen gezählt. Am Morgen leitete er dennoch das VfB-Training, gegen RB Leipzig erhält er eine weitere Chance. “Markus Weinzierl wird auch gegen Leipzig bei uns auf der Bank sitzen”, erklärte Reschke am Rande des Trainings.

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Dass Weinzierl den Karren wirklich noch einmal herumreißen kann, scheint trotz der Gnadenfrist unwahrscheinlich. Zumal die nächsten Wochen nicht unbedingt leichter werden. Die nächsten drei Auswärtsgegner der Stuttgarter sind Werder Bremen, Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt, zu Hause geht es gegen Leipzig, Hannover und 1899 Hoffenheim.

Wie lange halten die Klub-Verantwortlichen beim VfB noch die Füße still? Eine Entlassung Weinzierls wäre auch ein Scheitern von Reschke. Es wäre der dritte Trainer, der seit Reschkes Amtsantritt im Sommer 2017 gehen müsste.

Als ein Nachfolgekandidat Weinzierls wird Markus Gisdol gehandelt. Der Schwabe ist seit einem Jahr ohne Job, trainierte zuletzt den Hamburger SV, wo er Anfang 2018 beurlaubt wurde.

Gisdol wäre die kleine Lösung. Daneben steht aber noch ein ganz anderer Name im Raum: Jürgen Klinsmann. Ein Name, der bei den VfB-Fans nach wie vor Euphorie auslöst. Klinsmann selbst hatte im Interview mit der Stuttgarter Zeitung erklärt, ein Job beim VfB würde ihn reizen. Auch seine Bereitschaft, unmittelbar in Stuttgart einzusteigen, signalisierte er. Mit Klubpräsident Wolfgang Dietrich steht der gebürtige Göppinger in regelmäßigem Austausch.

Klinsmann steht bereit

Wie SPORT1 aus dem Umfeld Klinsmanns erfuhr, stünde Klinsmann weiterhin bereit – allerdings nicht bedingungslos. Und da genau liegt das Problem für Dietrich: Bei einer Installation von Klinsmann müssten die Strukturen im Verein von Grund auf neu angeordnet werden. Reschke müsste dann gehen. Auch Dietrich selbst müsste dann wohl Macht an Klinsmann abtreten.

Allerdings weiß auch Dietrich: Eine Verpflichtung Klinsmanns würde auch seine Aktien bei den Fans wieder steigen lassen. Denn die Kritik der VfB-Fans richtete sich in jüngster Vergangenheit auch immer mehr gegen den Klub-Boss selbst.

Neben Klinsmann taucht auch der Name Felix Magath immer mal wieder auf. Für Magath gelte allerdings das gleiche wie für Klinsmann. Es müsste deutliche strukturelle Veränderungen geben, denen Reschke dann wohl zum Opfer fallen würde.

Dass sich etwas Grundlegendes ändern muss, ist deutlich. Das wissen auch die Spieler. Klare Worte gab es nach der Niederlage in Düsseldorf von VfB-Torwart Ron-Robert Zieler: “Das war heute der Tiefpunkt. Gegen einen direkten Konkurrenten muss man sich mehr wehren.” Auch Didavi schlug in die gleiche Kerbe. “Eigentlich müssten wir denen das Geld zurückzahlen, so kannst du nicht auftreten”, sagte er den Tränen nahe.

Weinzierl will von seiner Mannschaft gegen Leipzig eine Reaktion sehen, seine eigene Zukunft interessiere ihn nicht, er könne mit dem Team gut arbeiten. Klare Worte nach der desaströsen Niederlage? Fehlanzeige.

Gegen Leipzig erhält Weinzierl eine Gnadenfrist. Sollte die erhoffte Reaktion seines Teams ausbleiben, sind seine Tage beim VfB wohl gezählt. Und möglicherweise auch die von Reschke.

Source: sport1.de