Vettel schenkt Rennen schon vorher ab: "Wird irgendein Murks sein"

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Sebastian Vettel startet beim Großen Preis von Portugal nur von Rang 15 aus in das Rennen (Portugal-GP, Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER). Nach dem Qualifying zeigt sich der Ferrari-Pilot enttäuscht und schreibt das Rennen quasi schon im Voraus ab.

Auch Valtteri Bottas ist nach seinem zweiten Platz enttäuscht. Er hadert mit der Strategie und ärgert sich, dass er fast immer ein bisschen langsamer ist als Teamkollege Hamilton.

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Bei Red-Bull-Pilot Max Verstappen herrscht ebenfalls Unzufriedenheit vor. Der Niederländer ist vor allem mit der Strecke unzufrieden.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Portimao von Sky, ORF, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Rang 1: „Es war heute unglaublich hart. Wir haben ein tolles Auto, ja, aber wir müssen uns ziemlich strecken, um ganz vorne zu sein. Ich habe mich am Ende entschieden, drei Runden zu fahren statt einer. Das war ein Vorteil für mich, denn am Ende wurde es mit jeder Runde besser. Das Team hat uns die Wahl gelassen, wie viele Runden wir fahren wollen und mit welchen Reifen. Die Reifen sind sehr hart. Darum wollte ich eine extra Runde haben. Das ist perfekt aufgegangen.“

zur Strecke in Portimao: „Es ist sehr schwierig hier, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Diese Piste ist wirklich Harcore! Es gibt so viele Kurven, wo du nicht weisst, wo du hinfährst. Statt einen Referenzpunkt zu haben, schaust du einfach in den Himmel hoch. Das ist eine der kniffligsten Strecken, die ich je befahren habe.“

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zu den Schwierigkeiten der Strecke: „Die Oberfläche ist auch eigenartig, ganz glatt. Du bringst die Reifen nur mühsam zum Arbeiten, und oft sind die Hinterreifen auf Temperaturen, die vorderen Walzen aber nicht. Oder umgekehrt. Wenn die Balance nicht stimmt, kannst du eine schnelle Runde vergessen. Ich habe den Eindruck, ich lerne in jeder Runde mehr über diese Bahn. Aber ich bin froh, dass am Schluss alles gepasst hat. Die Strecke ist unsagbar rutschig, und sie scheint sich kaum zu entwickeln.“

Valtteri Bottas (Mercedes), Rang 2: „Wir haben uns am Ende für den Medium entschieden. Der fühlte sich deutlich schneller an als der Soft. Die Frage war ob eine oder zwei schnelle Runden. Ich habe mich für eine Runde entschieden. Im Nachhinein scheint es, dass zwei schnelle Runden besser gewesen wären. Die Runde war nicht perfekt, aber gut. Es ist hier schwierig, jede Runde perfekt zu treffen. Aber sie war gut. Wäre schön gewesen, morgen auf der sauberen Seite zu starten.“ (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

zur Strecke: „Die Strecke an sich ist wunderbar, ich fahre gerne hier. Es geht hoch, es geht runter, ich finde es auch cool, dass es so viele blinde Kurven gibt.“

zur Unterlegenheit gegenüber Hamilton: „Es ist nervig, wenn Lewis am Schluss oft einen Hauch schneller ist. Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass es nur um Nuancen geht. Ich weiss, dass ich den Speed habe, um ihn zu schlagen. Ich muss dazu nur eine perfekte Runde zeigen.“ (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Max Verstappen (Red Bull), Rang 3: „Mit dem neuen Asphalt ist es schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Meine Q3-Runde war ganz gut. Es ist schwierig, Vorder- und Hinterreifen aufs gleiche Niveau zu kriegen. Hoffentlich kann ich morgen an ihnen dranbleiben.“

zum Rennen: „Wir sind nicht weit von Mercedes entfernt. Ich hoffe, ich kann im Rennen ebenfalls in der Nähe bleiben. Ich kann auf der sauberen Seite ins Rennen gehen, das ist schon mal gut. Zudem werde ich auf den weichen Reifen losfahren, die beiden Mercedes starten ja auf mittelharten Walzen. Aber Kurve 1 ist keine ideale Kurve für einen Angriff. Also muss ich versuchen, gleich beim Start an Valtteri vorbei zu kommen.“

zur Strecke: „Der frische Asphalt bedeutet, dass es im Grunde nur eine schnelle Linie gibt. Aber Vieles, was hier passiert, ist merkwürdig. So fuhr ich meine schnellste Runde beispielsweise im ersten Quali-Segment. Für mich macht das derzeit nicht so viel Spaß. Du rutschst einfach viel zu sehr herum. Als ich im Januar hier war und die Piste mit einem GT-Renner erkundete, da dachte ich – mit einem Formel-1-Auto wird das der Hammer. Jetzt bin ich enttäuscht. Diese Rennwagen bauen so viel Haftung auf, aber weil es so rutschig ist, kannst du nicht richtig angreifen, du fährst wie auf Eis.“

Sebastian Vettel (Ferrari), Rang 15: „Heute war kein gutes Qualifying. Das Rennen wird dann wieder irgendein Murks sein. Morgen ist ein neuer Tag. Dann versuche ich, das Beste draus zu machen. Aber natürlich ist es, wenn man da hinten drin steht, immer wieder was anderes.“

zur Wahl der Medium-Reifen im Q2: „Im Nachhinein sagt es sich leicht. Ich war eigentlich zufrieden damit, den Medium-Reifen zu fahren, weil sich diese Reifen gut angefühlt haben. Im zweiten Run kamen die Reifen dann aber gar nicht auf Temperatur und ich hatte direkt in Kurve 3 ein stehendes Rad, da war die Runde schon verkorkst.“

zu seiner Leistung: „Ich hatte Probleme damit, die Dinge auf die Reihe zu kriegen. Es fällt einem schon schwer, einen Rhythmus zu finden, wenn es praktisch bei jeder Runde anders ist. Ich weiß nicht, warum ich mich so schwer damit tue, die Reifen auf Temperatur zu bringen und warum es sich jedes Mal ein bisschen anders anfühlt. Wie gesagt hat sich das Auto beim ersten Run noch gut angefühlt, und ich dachte, mit den gelben Reifen kann ich locker die Q1-Zeit fahren, was die Vorgabe war. Aber das war dann doch nicht so locker.“

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zum Vergleich mit Teamkollege Leclerc: „Im Moment sehe ich gar kein Land. Das ist ja nicht nur schlagen, das ist ja wie eine andere Klasse. Ich probiere alles, was ich kann. Ich denke, die Runden, die ich treffe, und mit denen ich zufrieden bin, die sind trotzdem noch zu langsam. Mehr bleibt mir im Moment nicht übrig als das rauszuholen, was in mir steckt.“

zum Rennen: „Das Problem ist, dass während des gesamten Rennens im Verkehr stecken werde, es wird also das Gleiche wie bei den vergangenen Grands Prix.“

Source: sport1.de