Wer macht das Rennen? IOC vergibt Winterspiele 2026

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Nach den Olympischen Winterspielen 2018 im koreanischen Pyeongchang steigen auch die Olympischen Wettbewerbe 2022 in Asien. Die chinesische Hauptstadt Peking empfängt dann die Sportwelt. Vier Jahre später dürfen sich in jedem Fall die Europäer über die Austragung des Großevents freuen.

Am Abend werden in Lausanne (18.00 Uhr) die Winterspiele 2026 entweder an Mailand/Cortina d’Ampezzo (Italien) oder Stockholm (Schweden) vergibt. Bei der Frage der Vergabe wird die Nachhaltigkeit zum entscheidenden Faktor. 

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Nachhaltigkeit wichtiges Kriterium

“Wir sind zufrieden, dass beide Kandidaten der Agenda 2020 folgen”, sagte Bach über sein Reformwerk, das zu Kostensenkungen und Nachhaltigkeit aufruft. Die früher üblichen Mega-Ausgaben für neue Sportanlagen wurden sowohl von Stockholm als auch von Mailand deutlich reduziert. Beide Städte setzen zu über 80 Prozent auf bereits vorhandene oder temporäre Anlagen.

Das hat jedoch zur Folge, dass nicht mehr von Olympischen Spielen der kurzen Wege gesprochen werden kann. Stockholm hat mit Are, Falun und Sigulda (Lettland), das auf der anderen Seite der Ostsee liegt, gleich drei weitere Austragungsorte eingebunden. Mailand kooperiert mit dem über 400 Kilometer entfernten Cortina d’Ampezzo, das bereits 1956 Gastgeber von Olympischen Winterspielen war.

Stockholm hatte zuletzt Defizite beim Rückhalt in der Bevölkerung, setzt aber auf eine neue Umfrage. Demnach sei die Anzahl der Befürworter von Olympischen Spielen 2026 von 55 auf 63 Prozent gestiegen, wie Stockholms Bewerbungschef Richard Brisius am Samstag mitteilte. Nur noch elf Prozent im Lande seien gegen die Spiele.

Olympia noch nie in Schweden

“Wir feiern die Leistungen der olympischen Athleten in einem magischen Winterwunderland”, versprach Brisius vor der Entscheidung. Sein Land sei eine “echte Winternation”, obwohl es noch nie Winterspiele ausgerichtet hat. “Es ist fast unsere Pflicht, sie auszutragen”, so Brisius.

Allerdings gab es auch Probleme. Das IOC hatte Stockholm am 14. Juni in einem Brief aufgefordert, weitere Belege für staatliche Garantien einzureichen. Es fehlten “verbindliche Zusagen”, hieß es. Kein gutes Zeichen, wenn man weiß, wie wichtig dem IOC geregelte finanzielle Verhältnisse seiner Kandidaten sind.

Beide Bewerber kommen mit einem kleinen Etat von gut 1,3 Milliarden Euro aus. Zwei Drittel der Ausgaben werden durch Zahlungen des IOC und der Sponsoren gedeckt. Weiteres Geld spülen der Ticketverkauf und das Merchandising in die Kassen. 

Euphorie in Italien größer

Mailand setzt auf die Euphorie in Italien, die von Beginn an größer war als in Schweden und bei 83 Prozent liegt. “Der Optimismus rund um unsere Kandidatur ist groß. Noch nie hat es so viel Enthusiasmus um eine italienische Olympia-Bewerbung gegeben”, sagte Premierminister Giuseppe Conte, der neben den Ski-Stars Alberto Tomba und Sofia Goggia bei der letzten Präsentation am Montag in Lausanne auftritt.

Schweden schickt Kronprinzessin Victoria und Regierungschef Stefan Löfven ins Rennen und vielleicht noch mehr. “Ich fürchte, sie werden Abba zur Unterstützung mitbringen”, unkte Italiens Sportminister Giancarlo Giorgetti und konterte humorvoll: “Wir können mit Albano und Romina Power jedoch mindestens 20 sichere Punkte erobern.”

Italien war bereits 2006 mit Turin Gastgeber der Winterspiele. Im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion soll die Eröffnungsfeier stattfinden, in Veronas Amphitheater das Abschlussfest. Weitere Olympia-Standorte sind Cortina d’Ampezzo (Alpin-Ski, Bob und Rodeln), Antholz (Biathlon) und Val di Fiemme (Skilanglauf, Nord. Kombination).

Source: sport1.de